GB 1917, P War Office Cinematograph Committee, Kopie s/w, 35mm, 10 min, stumm, BFI National Archive

Die Frauen in diesem Film sind alle sehr jung und verdienten viel mehr Geld, als sie es sich jemals als Bedienstete, in der Landwirtschaft oder in privaten Unternehmen hätten erträumen können. Zeitgenössischen Berichten zufolge entwickelten sie so einen Geschmack für Unabhängigkeit, den sie nach Ende des Krieges nur schwer wieder aufgeben würden. (Bryony Dixon, Make More Noise! Suffragettes in Silent Film)


GB 1926/1927, R Maurice Elvey, B Victor Saville nach einem Stück von Stanley Houghton, K Jack E. Cox, William Shenton, S Gareth Gundrey, P Victor Saville, Maurice Elvey, D Estelle Brody, John Stuart, Norman McKinnel, Irene Rooke, Marie Ault, Humberstone Wright, Arthur Chesney, Gladys Jennings, Alf Goddard, Cyril McLaglen, Peggy Carlisle, Kopie s/w, 35mm, 116 min, stumm , engl. ZT und elektr. dt. UT, BFI National Archive

In Maurice Elveys Hindle Wakes läßt sich die Fabrikarbeiterin Fanny Hawthorn (Estelle Brody) während des jährlichen Ausflugs zum traditionellen Vergnügungsbadeort Blackpool – dem britischen Pendant zu Coney Island – mit Allan Jeffcote (John Stuart) ein, dem Sohn des Fabrikbesitzers. […] Als die Familien auf Heirat drängen, weigert sich Fanny, erklärt Allan zu ihrer „little fancy“ und nimmt sich damit die Freiheit sexueller Libertinage jenseits von Romanze und Ehe. Erstaunen und Entsetzen auf Seiten beider Parteien. […] Die Art, wie sie in einer der letzten Einstellungen des Films den Hebel einer Maschine umlegt, die die Spindeln zum Rotieren bringt, ist mehr als ein symbolisches Bild. Darin kristallisiert sich ihr Bekenntnis zur Arbeit und die entscheidende Rolle, die sie ebenso für diese wie jene für sie spielt. In derselben Szene nimmt sie die Einladung eines Fabrikkollegen zum Kino an. So kommen Arbeitswelt und Freizeitkultur der Neuen Frauen in einem Bild zusammen. Hindle Wakes ist einer der wenigen Filme, der Arbeit über Ehe, Romantik und Liebe triumphieren läßt und damit die Brücke schlägt zwischen den Anliegen der ersten und der zweiten Frauenbewegung nach Selbstbestimmung in Berufstätigkeit und Sexualität (Annette Brauerhoch, City Girls – Frauenbilder im Stummfilm, 2007).

Am Flügel begleitet von Eunice Martins


Kino des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums