D 1979, R, B Recha Jungmann, K Rüdiger Laske, Marian Czura, S Ilona Grundmann, Esther Dayan, M Frank Wolff, T Margit Eschenbach, Peter Klemens, Gerhard Waal, P Spree-Jungmann, D Simone Maul, Anja Burak, Hermann Schäfer, Recha Jungmann und Bewohner des Dorfes Welkers, Kopie Farbe, DCP von 16mm, 72 min, dt. OV, Deutsches Filminstitut – DIF e.V.

Zu Gast Recha Jungmann

Recha Jungmann bringt die Geschichte, die ihr weh tut, in Bildern zur Sprache. Eine Selbstbefragung über Heimat, Vergangenheit, gerettete Gegenwart, die ihr nicht gehören. Sie muß sie rekonstruieren aus den Trümmern des zerbrochenen Hauses ihrer Kindheit. Welkers, ein Dorf in der Rhön. Ein junges Mädchen von vielleicht sieben Jahren schleicht und hüpft durch das verlassene Haus, verweilt an offenen Türen, streift durch Büsche zum Bach. Ein vielleicht siebzehnjähriger Teenager inspiziert mit neugierigen Schritten, die behutsam auftreten, Gegenstände im Haus, deren Gebrauch jetzt nutzlos ist. Alte Zeitschriften, Postkarten, Photos, von denen man den Staub abbläst, bis das verblaßte Glück der besseren Zeit erscheint. [...] Das Haus zerfiel nach dem Krieg. Zerstört hat es doch der Faschismus, der sich den Vater für den Krieg holte und den Großvater, der 1933 mit Nein stimmte, zum Außenseiter stempelte. Mit ihm verlor das Dorf sein geistiges Zentrum, gegen ihn vollzog es seinen Anschluß ans großdeutsche Reich. [...] Etwas tut weh ist ein Film zwischen den Genres. Zum einen die höchst subjektive Recherche nach der Vergangenheit, zum anderen die Kehrseite jener Subjektivität: der Sturz in die schlimmste Objektivität [...] ein Film, der die fünf Sinne sanft und beharrlich reizt, die dem Körper eingeschriebene Geschichte politisch zu begreifen. (Karsten Witte, Politik am eigenen Leib. Zu Recha Jungmanns Film Etwas tut weh, 1980)


Gefördert von:


D 1967, R, B, K Recha Jungmann, Kopie Farbe, 16mm von Super 8, 13 min, dt. OV, Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.

Die Kamera streicht zärtlich über Renates Beine und wir befinden uns gleich in großer Nähe zu dem korpulenten Mädchen Renate, dem Kindermädchen des Sohnes der Filmemacherin, 13 Jahre alt. Wie sie ihr Höschen anzieht, wie sie über den Bach springt, wie sie im nassen Kleid im Wasser steht, aus dem Wasser die Geschichten, sie beginnt, ihre Lovestory zu erzählen, das alles so intim, so liebevoll, so nah, daß wir in das Herz des Mädchens schlüpfen, daß es unmöglich ist, sich voyeuristisch zu verhalten. Wir sehen nur sie von größter Nähe, dass wir nicht anders können, als Renate lieb zu haben [...]. 1967 gedreht und jetzt gleichermaßen anrührend, gleichermaßen provozierend, uneingeholt. (Doris Kuhn, Rote Küsse – FilmSchauBuch, 1990).


Die Digitalisierung wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.


Kino des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums


Weitere Spieltermine "Etwas tut weh"


Pupille - Kino in der Uni


Murnau-Filmtheater Wiesbaden