Richard Dyer erlangte seinen Master-Abschluss in Französisch an der Universität St Andrews und seinen PhD in Cultural Studies an der Universität Birmingham. Er hält Vorträge und unterrichtet sowohl an britischen als auch an internationalen Universitäten. 1997 organisierte er die erste Reihe lesbischer und schwuler Filme am National Film Theatre London. Zu seinen Büchern zählen u.a. Stars; Heavenly Bodies: Film Stars and Society; Now You See It; White; The Culture of Queers; Pastiche; In the Space of a Song; Lethal Repetition und La dolce vita.


US 2015, R Liz Garbus, K Igor Martinovic, Rachel Morrison, Ronan Killeen, S Joshua L. Pearson, T Tony Volante, P Amy Hobby, Liz Garbus, Justin Wilkes, Jayson Jackson, D Nina Simone, Kopie s/w und Farbe, Blu-ray, 116 min, engl. OV mit dt. UT, Netflix

Eine geniale Musikerin mit klassischer Ausbildung, eine Chanteuse, die die Charts eroberte, und eine Black-Power-Ikone: Nina Simone war eine der einflussreichsten, beliebtesten, provokativsten und am wenigsten verstandenen Künstlerinnen unserer Zeit. Sie war bekannt für ihre grenzenlos freien, mitreißenden Bühnenauftritte, die ihr den Beinamen „Hohepriesterin des Soul“ eintrugen. Doch inmitten der täglichen Gewalt im Kampf um Bürgerrechte rang sie auch um die Vereinbarkeit von künstlerischem Anspruch mit leidenschaftlicher Hingabe an die Bewegung. Mit großem Gespür geht Regisseurin Liz Garbus dem Dauerzustand der Opposition nach, der Simone gefangen hielt und der sie quälte – im Jazz als klassische Pianistin abgestempelt, als professionelle Sängerin konfrontiert mit den Einschränkungen des Familienlebens, als schwarze Frau mit denen des rassistischen Amerika. Dabei offenbart sich eine überragende Gestalt, die sich jeder Zuschreibung und auch ihrer Zeit entzieht (Katalog Sundance Film Festival, 2015).


Orfeos Erben