CDN 1972, R Recha Jungmann, Kopie Farbe, DCP von 16mm, 5 min, dt. OV, Deutsches Filminstitut – DIF e.V. 

Ein kurzes, kapriziöses Gedicht:: Ein Frauengesicht, es wird ein Männergesicht, zwei Frauengesichter, eins entzieht sich, dann nicht mehr, sie streiten, über den Mann, den sie anschauen, wie kannst du nur, seine Augen sind tief, nein seine Augen sind leer, und die Frauen zusammen, sie lieben sich, am Schluß – und der Mann? Lassen Sie sich überraschen … (Doris Kuhn, Rote Küsse – FilmSchauBuch, 1990).


Die Digitalisierung wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.


D 1981, R Recha Jungmann, B Recha Jungmann mit Titus Spree, David Schleiermacher, K Marian Czura, Renato Fortunato, Horst Zeidler, S Beatrice Wilbert, T Enzio Edschmid, Joseph Dillinger, P Susanne Osterried Filmproduktion für ZDF, D Titus Spree, David Schleiermacher, Werner Schroeter, Recha Jungmann, Alex Bergs, Birgitta Kummer, Annette Kalk, Kopie Farbe, 16mm, 105 min, dt. OV, Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.

Zu Gast Recha Jungmann

Ehe er ihrer Obhut entwächst, aus der kindlichen Mondwelt in die Sonnenwelt der Erwachsenen gleitet, wollte Recha Jungmann das Bild ihres Sohnes festhalten. Bewußt ist hier mit der Kamera ein Stück „Deutschland privat“ aufgezeichnet, überzeugender als in dem gleichnamigen Film. Sie hat mit Liebe und und Sensibilität gearbeitet, die überbelichteten Bilder, in denen Titus als kleines Kind sich an sie schmiegt, lassen erahnen, welchen Schmerz es ihr bereitet, den Sohn herzugeben. Sich selber zeigt sie ungeschickt auf einer Wiese vor Vater und Sohn herspringend, in dem vergeblichen Versuch, im Rückwärtsgang die ihr entgleitende Zeit im Foto festzuhalten. (Brigitte Jeremias, FAZ, 30.5.81) Recha Jungmann hat den Versuch unternommen, mittels Kamera und Tonband etwas vom geheimen Fühlen und Wollen und Sich-Ängstigen des Sohnes einzufangen [...] mit einer Kamera, die teils dem beobachtenden Auge der Mutter folgt, teils aber direkt das vermittelt, was der Sohn Titus erlebt [...]. Es zeigt sich, dass der Films so privat nicht ist; Titus und David, so subtil beobachtet, rücken das Bild vom desinteressierten, ichbezogenen Heranwachsenden wieder zurecht. Hinter der Sprödigkeit, mit der sie der Umwelt begegnen, verbirgt sich eine eigene faszinierende, auch menschlichere Welt. (Carola Splettstösser, Badische Zeitung, 30.5.81) Zwischen Mond und Sonne ist für mich der persönlichste, direkteste Film des Festivals [...] Recha Jungmann ist mit ihrem Mutter-Sohn Thema so weit gegangen wie sie konnte, hat ihre Ängste, Wünsche, Trauer, Hoffnungslosigkeit und die Verdrängung all dessen gezeigt, um funktionieren zu können. Das ist absolut neu. (Gesine Stempel, Courage, Nr.4/1981)


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Kino des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums


Pupille - Kino in der Uni