Ein Interview zu frauen-film-politischen Fragen: Die Geschichte von KIWI – Kino Women International in Osteuropa (1987–1990)

Gespräch mit Salomé Alexi, Pavla Frýdlová, Lana Gogoberidze und Debra Zimmerman, Moderation Borjana Gaković

War bei Remake 1 mit dem Women’s Event des Edinburgh IFF das erste europäische Frauenfilmfestival im Fokus unseres Interesses, richten wir mit der zweiten Festivalausgabe unseren Blick nach Osteuropa, wo der Zugang zu Bildung und Beruf für Frauen zwar eher gegeben war, Emanzipation und Gleichberechtigung aber nicht unbedingt daraus folgten. Im Zuge der Perestroika begannen Filmemacherinnen sich zu organisieren, im Juli 1987, während des Filmfestivals in Moskau, kamen 300 Frauen aus 24 Ländern zusammen und beschlossen eine internationale Organisation der Filmfrauen zu gründen. Die Georgierin Lana Gogoberidze und die Ungarin Márta Mészáros wurden als Präsidentinnen dieser Organisation gewählt – künftig unter dem Namen KIWI – Kino Women International bekannt. Internationaler Informationsaustausch, engere Kooperation von Frauen im Film, internationale Distribution und Koproduktion waren Ziele, ebenso wie das Veranstalten von Filmschauen. Der Systemzusammenbruch, die sehr turbulenten 90er-Jahre in Osteuropa, hatte die Auflösung von KIWI zur Folge, die Filmprogramme von damals lassen sich nur in Fragmenten rekonstruieren.

Die Entstehungsbedingungen von KIWI, die Differenzen und Solidaritäten zwischen Ost- und West-Feministinnen/Filmemacherinnen, das damalige Echo in der Öffentlichkeit und die schwierigen Umbruchsjahre sind die Themen des Gesprächs. Ebenso wie die Frage nach Kontinuitäten in heutigen Organisationsformen von Filmfrauen. 

Eintritt frei


DO 28.11.19

15.30

Pupille – Kino in der Uni