IT 1965 | Regie: Cecilia Mangini | Buch: Felice Chilanti | Kamera: Luciano Graffigna | Schnitt: Marco Menenti | Musik: Egisto Macchi | Produktion: Unitelefilm | Farbe u. s/w | DCP | 29 min | ital. OV mit engl. UT | Fondazione Archivio Audiovisivo del Movimento Operaio e Democratico (AAMOD)

Mangini wählte in ihrer Arbeit und in ihren Beziehungen die Seite der marginalisierten Menschen, ganz gleich, ob sie diesen Platz wegen ihrer Identität, ihrer Religion oder der Rolle, die sie gezwungenermaßen spielen mussten, innehatten. Sie interessierte sich für die Frauen am Rande der Gesellschaft, besonders für ältere Frauen und Arbeiterinnen – durch sie zeigt sie uns die Kämpfe eines Landes, das sich von einer traditionellen Gesellschaft zu einer modernen, individualistischen Nation entwickelt. Essere donne (1965), oder Being Women, der Film, durch den Mangini vielleicht am meisten Bekanntheit erlangte, trifft dies sehr gut. Hier nimmt uns Mangini von Mailand bis Apulien mit in die schwierigen Leben von Frauen, die in italienischen Fabriken und auf Tabakplantagen zu einer Zeit arbeiteten, die neuerdings als il boom economico – die „Wirtschaftswunderjahre“ – betitelt werden. Sie zeigt uns Familien, die aus Süditalien in den Norden migrieren mussten, um Arbeit zu finden. Der Film stimmt nachdenklich über die Tausenden, die nach Mailand zogen, um in Chemiebetrieben, der Schwerindustrie oder auf dem Bau zu arbeiten, und die, die nach Turin kamen, um für Firmen wie Fiat und Olivetti zu arbeiten. (Allison Grimaldi Donahue, another-screen.com/cecilia-mangini)


Quelle: EZEF

PER 1981 | Regie: María Barea | Buch: Carmen Barrantes | Kamera: Alejandro Legaspi | Musik: Fernando Espinoza | Produktion: Ana Correa, Pierre Hoffmann, Faust Film München | Farbe | 16mm | 30 min | DF | EZEF

„Auch in diesem Film geht es um Arbeit und Brot und ein Dach über dem Kopf, um elementarste Grundbedürfnisse des Menschen also. Rosa Duenas erzählt ihre Geschichte. Es ist zugleich die Geschichte einer Siedlung am Rande von Lima, von den Bewohnern ‚El Planeta‘ genannt, in der die Frauen sich zusammentun. Rosa Duenas und die anderen Frauen stehen für einen neuen Typ der peruanischen Frau, die ihre Armut nicht mehr als schicksalhaft hinnimmt.“ (Frauenfilmhandbuch, Berlin 1983)

Zwei Drittel der Bevölkerung Limas lebt in Dörfern wie „El Planeta“: Ansiedlungen, die aufgrund der Armut von den Anwohner*innen notgedrungen geformt wurden. Anstatt sich der prekären Situation zu fügen, zeigen sich die Bewohner*innen im Film von María Barea auf diverse Weise solidarisch, um Missständen wie Hunger, Krankheiten, Analphabetentum und fehlender Kanalisation oder dem Mangel an Kindertagesstätten entgegenzuwirken. Die wichtige Rolle einer Gemeinschaft und des Zusammenhalts, wie auch der Wunsch und der Kampf um ein besseres und solidarisches Land, werden hier noch einmal ins Bewusstsein gerückt.

Der Film ist mit Al-Ahlam al-Mumkinna / Träume in Reichweite von Ateyyat El Abnoudy (Ägypten 1983) Teil der 7-teiligen Reihe „As Women See It“, im Verleih des EZEF.


Quelle: LCVA

GB 1976 | Regie: London Women’s Film Group, Women’s Centre London | Schnitt: Pam Bosworth, Jenny Clevett | Musik: Jean Watson, Joy Purnell, Boo Watson, Lorna Boschman | Produktion: Jane Oliver, Marcia Kirby, Power of Women Collective / Wages for Housework Campaign | Farbe | DCP von VHS | 31 min | engl. OV | London Community Video Archive (LCVA)

Ein zentrales Thema der autonomen Frauenbewegung der 1970er-Jahre war die unbezahlte Hausarbeit – überwiegend von Frauen geleistet – und die damit zusammenhängende gesellschaftliche Arbeitsteilung in die (Re-)Produktions-Sphären. Die deutlich schlechtere Bezahlung von Frauen im Lohnarbeitssektor wurde dabei stets mitproblematisiert. 1972 startete die internationale Kampagne „Wages for Housework“, die in der BRD den Kampagnen-Titel „Lohn für Hausarbeit“ trug. Sie sorgte für eine Politisierung der Hausarbeit und machte die geschichtliche Dimension dieses Arbeitsteilungsmodells bewusst.

Der Kampagnen-Film All Work And No Pay wurde 1975 – auf dem Höhepunkt der Bewegung – vom Power of Women Collective (London, Bristol) produziert und 1976 im BBC-Programm Open Door ausgestrahlt. Das feministische Filmkollektiv London Women’s Film Group war am Dreh beteiligt. Der Film gibt einen tiefen Einblick in diese Kampagne: scharfe Analysen, politische Lieder, Frauen-Gruppentreffen, gewitzte Passantinnen-O-Töne, Herstellung internationaler Zusammenhänge innerhalb der Frauenbewegung etc. Vielfache Bezüge zu unserer Gegenwart drängen sich auf. Dabei zeichnet den Film aus, dass nicht zuletzt in intersektionaler Perspektive „race, class and gender“ in den Blick genommen werden.


MI, 24.11.21

10.30

Pupille – Kino in der Uni

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