© DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum, Frankfurt am Main, Bildarchiv

BRD, IT, FR 1960 | Regie: Fritz Lang | Buch: Fritz Lang, Heinz Oskar Wuttig | Darsteller*innen: Wolfgang Preiss, Dawn Adams, Peter van Eyck, Werner Peters | Produktion: CCC-Filmkunst / Cei-Incom | s/w | 35mm | 104 min | dt. OV mit niederl. UT | EYE Film Institute Amsterdam

Der Name Luxor für das Hotel im Film macht schon den ganzen Unterschied. Die Grandhotels der deutschen Filme nach 45 haben nicht mehr Vorkriegsniveau, aber in Fritz Langs Dramaturgie immer noch deren Funktion. Das Luxor von 1960 entspricht dem Olympic in Spione von 1928. Aus den Detektivgeschichten sind Thriller geworden. Das Luxor ist die Operationszentrale des Verbrechens. Verfolger und Verfolgte wohnen in einem Haus. Die Frauen, als Köder eingesetzt, erweisen sich als unberechenbar und pervertieren das System. Lang rechtfertigte den Film einem Freund gegenüber, der die dämonische Aura seiner Vorkriegsfilme vermisste: das ist die kalte Realität von heute. [...]

Eine Zeitungsnotiz gibt Lang als Inspirationsquelle für den Film an. Von Albert Speer geplant, sollten an der Nord-Süd-Achse von Berlin/Germania repräsentative Staatshotels entstehen, ausgestattet mit perfekten Abhöranlagen. Die Bespitzelungsapparatur ist im Film in Richtung Television weiterentwickelt. Seine durchsichtigen Spiegelwände sind erinnerungsträchtig. Wie in Cocteaus Filmen haben sie mit der Natur des Kinos zu tun. Sie implizieren den Zuschauer als Voyeur. (Frieda Grafe, „Filmhistorischer Hotelführer“, 1990)


FR, 10.12.21

20.15

Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum