DE, IT 1993 | Regie, Buch: Carmen Tartarotti | Kamera: Pio Corradi | Schnitt: Ferdinand Ludwig, Carmen Tartarotti | Ton: Kurt Eggmann, Michael Busch | Musik: Werner Pirchner | Farbe | 16mm | 70 min | dt./it. OV mit dt. UT

Das Paradies ist ein Ort im hinteren Martelltal, an dem sich die städtische Zivilisation in den 30er Jahren ein futuristisches Hotel nach einem Plan des berühmten italienischen Architekten Gio Ponti hat bauen lassen. Dieses Hotel steht jetzt schon seit über 20 Jahren als Ruine da. Das Paradies ist eine Metapher für einen landschaftlich zauberhaften, unberührten Ort. Dieser Fleck wurde von reichen, einflussreichen Leuten aus der Stadt ausgeschaut, um ein Hotel mit allem Komfort für ihre modernen Erholungsansprüche zu errichten. Die andere Seite der Paradiesmetapher ist die der Versuchung und der Sünde. Zu dem futuristischen Bau inmitten einer bäuerlichen, alpinen Landschaft hatten die Bauern aus dem Tal nur als Bauarbeiter und später als Lebensmittel-Lieferanten Zutritt. Hotel Paradiso ist indirekt auch ein Film darüber, wie Kapitalismus funktioniert. Dem idealistischen Fortschrittsdenken der 30er Jahre folgt das Profit- und Rentabilitätsdenken der 50er Jahre und das Spekulationsdenken in den 60er und 70er Jahren; eine zunehmende Zweckentfremdung. (Carmen Tartarotti, 1993)


MI, 19.1.22

20.15

Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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