JP 1977 | Regie: Sachiko Hidari | Buch: Ken Miyamoto | Kamera: Jun’ichi Segawa | Schnitt: Minoru Miki | Darsteller*innen: Sachiko Hidari, Hisashi Igawa, Yoshie Ichige, Kenji Isomura | Farbe | DCP | 114 min | jap. OV mit engl. UT | Kiroku Eiga Hozon Sentā

Über einen Zeitraum von drei Nachkriegsjahrzehnten erzählt Die ferne Strasse vom Leben der Bahnarbeiterfrau Satako (gespielt von der Regisseurin Sachiko Hidari selbst) und ihrer Familie. Eine Zeit, in der Japans Wirtschaft „Weltspitzenniveau“ erreichte. Hidaris Film widmet sich nuanciert und virtuos den Kosten dieser Fortschrittsgeschichte: Satakos Ehemann Ichizô ist Streckenwärter bei der Japanischen Bahn. Satako versucht das spärliche Familieneinkommen durch Teilzeitarbeit aufzubessern. In ihrer Eisenbahnersiedlung leben die Menschen am Rande der Armut, hinzukommt die Gewalt ihres Ehemannes. Doch Sohn und Tochter wagen den Aufstand gegen den Patriarchen; während der Arbeitsplatz des Vaters der Automatisierung zum Opfer fällt.

Sachiko Hidari hatte sich als Schauspielerin bereits einen Namen gemacht, als sie mit Die ferne Strasse ihr Spielfilmdebüt realisierte – als Koproduktion mit der japanischen Bahngewerkschaft. Sie gilt nach Kinuyo Tanaka als zweite Filmregisseurin der japanischen Filmgeschichte. Das Drehbuch zum Film entstand auf Grundlage von mehr als 300 Gesprächen mit japanischen Hausfrauen, die Hidari geführt hatte. Die ferne Strasse war 1978 im Wettbewerb der Berlinale vertreten.

In Kooperation mit Cinémathèque Leipzig

 

Mit einer Videoeinführung von Olaf Möller

Im Anschluss Gespräch zur Arbeit der Kinothek Asta Nielsen mit Gaby Babić

 


DI, 17.05.22

19.00

Cinémathèque Leipzig