Orlando

© Adventure Pictures

GB, RU, IT, FR, NL 1992, R, B Sally Potter nach dem gleichnamigen Roman von Virginia Woolf, K Aleksei Rodionov, S Hervé Schneid, M David Motion, Sally Potter, T Kant Pan, P Christopher Sheppard, Adventure Pictures, D Tilda Swinton, Billy Zane, Lothaire Bluteau, John Wood, Charlotte Valandrey, Heathcote Williams, Quentin Crisp, Toby Jones, Kopie Farbe, DCP von 35mm, 94 min, engl. OV, Adventure Pictures

Tilda Swinton erlebt als schöner Junker Orlando zunächst die Dekadenz des Elisabethanischen Hofes im 16. Jahrhundert. Er wird Günstling der Königin und versucht, sein Leben auf Liebe, Poesie, Politik und Melancholie aufzubauen, und häutet sich nach jeder scheiternden Erfahrung in einem stets siebentägigen Schlaf über 400 Jahre hinweg immer wieder zu einem neuen Menschen. Nach einer dieser märchenhaften Verwandlungen wird Orlando zur Frau. Neugierig mustert sich Tilda Swinton nackt im Spiegel: „Dieselbe Person, nur ein anderes Geschlecht“, stellt sie keck fest und macht sich auf, die Wonnen und das Weh der anderen Seite der Geschlechterdualität zu entdecken – die weibliche Lust und die Enge der Rolle –, bis sie ein Mädchen gebiert und als neuer Mensch die Welterfahrung als Mann und als Frau in Einklang bringt zu einem trotzigen „Ich“. Sally Potter macht aus Virginia Woolfs feministischem Roman-Essay einen elegant-choreografierten Kinofilm voller Witz, Poesie und unaufdringlich angedeuteter tieferer Bedeutung. (Günther Bastian, filmdienst.de, 1993)


FR 29.11.19

11.00

Pupille – Kino in der Uni