© Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.

DE 1994 | Regie, Buch: Serap Berrakkarasu | Kamera, Schnitt: Gisela Tuchtenhagen | Produktion: Serap Berrakkarasu, Serap Berrakkarasu Filmproduktion | Farbe | DCP von 16mm, restaurierte Fassung | 104 min | dt./türk. OV mit dt./türk. UT  | Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.

Das Gemüse kommt aus dem Garten hinterm Haus, der Fisch kommt aus der Dose und das Geld fürs Brot aus der Fabrik. Dieses Geldes wegen kamen sie her. Frauen aus der Türkei, Frauen aus Mecklenburg – gemeinsam stehen sie am Fließband einer Lübecker Fischfabrik. Braungefärbte Hände, penetrant haftender Fischgeruch, schmerzende Arme und Rücken. Würde diese Arbeit von Männern gemacht, wäre sie längst schon automatisiert. Aber Frauenarbeit ist billig, und die Frauen beklagen sich nicht. Sie haben gelernt zu arbeiten, und das ist auch ihr Stolz. 

Es ist Serap Berrakkarasu gelungen, ein Vertrauensverhältnis herzustellen, weil sie sich den Frauen mit Gefühl und großem Interesse nähert – und weil sie ihre Sprache spricht. Ekmek Parasi – Geld für’s Brot ist ein Film in deutscher und türkischer Sprache. Auch daraus bezieht er seinen Reiz und seine Authentizität. Typische Frauenarbeit war immer kommunikativ. Es ist das Verdienst von Serap Berrakkarasu und Gisela Tuchtenhagen, diese Kommunikation aufgenommen und in ihrer Direktheit und Spontaneität für den Film bewahrt zu haben. Am Ende werden die Filmemacherinnen von den Frauen in der Fischfabrik verabschiedet wie Kolleginnen: Ein schönes Wochenende! (Linde Fröhlich, Nordische Filmtage Lübeck 1994)


SA, 27.11.21

13.00

Pupille – Kino in der Uni

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