USA 1927 | Regie: Clarence Badger | Buch: Hope Loring, Louis D. Lighton, Elinor Glyn | Kamera: H. Kinley Martin | Schnitt: E. Lloyd Sheldon | Darsteller*innen: Clara Bow, Antonio Moreno, William Austin, Jaqueline Gadsdon, Gary Cooper, Priscilla Gordon, Elinor Glyn | Produktion: Elinor Glyn, Clarence Badger, Adolph Zukor, Jesse L. Lasky, Paramount Pictures Corp. | s/w | 35mm | 72 min | stumm | amer. ZT | Courtesy of Photoplay Productions ©2002 Photoplay Productions

Elinor Glyn hatte Rudyard Kipling gelesen. 1904 hatte der spätere Autor des „Dschungelbuchs“ eine Kurzgeschichte publiziert, in der seine Protagonisten von einer Witwe schwärmen, die nicht einfach nur schön, nicht einfach nur unvergesslich gewesen sei: „Mrs. Bathurst“ wäre einfach „It“ gewesen – großes I, kleines t.

Dieses ins Deutsche übersetzte „gewisse Etwas“ transferierte Elinor Glyn, Pionierin kitschigerotischer Frauenromane und Filmskriptautorin, in eine Neue Welt: Die Zwanziger Jahre gehörten Hollywood. Amerikanerinnen hatten sich das Wahlrecht, Jobs und kniekurze Röcke erkämpft, gingen einmal pro Woche in die Kinopaläste. Der Film Das gewisse Etwas feierte am 15. Februar 1927 in den USA Premiere, und die Plot-Lieferantin Mrs. Glyn ließ es sich nicht nehmen, in einer It-Szene sich selbst zu spielen, um die kesse Verkäuferin Betty Lou, dargestellt von Clara Bow, auf der Leinwand zum It-Girl zu proklamieren: Sie habe diese ‚innere Magie‘, die sowohl Männer als auch Frauen anzöge, sie verkörpere Sex-Appeal und Unschuld, Rätselhaftigkeit und Leichtlebigkeit. „Sie hat‘s einfach, das ist alles!“

50.000 Dollar ließ sich die geschäftstüchtige Schriftstellerin für ihr It-Konzept auszahlen. Etwa dasselbe hatte Clara Bow für ihre letzten sieben Filme zusammen erhalten. Und in den Roaring Twenties war Clara Bow nicht irgendjemand: F. Scott Fitzgerald hielt sie für „auserkoren, den Pulsschlag einer gesamten Nation zu beschleunigen“. Denn sie war das Flapper-Girl schlechthin, das selbstbestimmt und gut gestylt seine Freizeit und Freiheit genießt – mit viel Rouge und rot gefärbtem Bubikopf. 1927 war die 22-jährige Clara Bow das erste Sexsymbol und der größte Star Hollywoods, der vor dem Film It sage und schreibe bereits 35 Filme abgedreht hatte. Doch dieser Film machte sie endgültig zur Ikone: Sie erhielt 35.000 Fanbriefe pro Monat – oft nur adressiert an „Das It-Girl, Hollywood, USA.“ (Kirsten Böttcher, Bayrischer Rundfunk) 

Musikbegleitung Maud Nelissen (Flügel) und Daphne Balvers (Saxofon)


SO, 28.11.21

11.00

Pupille – Kino in der Uni

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