PHL 1982 | Regie: Marilou Diaz-Abaya | Buch: Ricardo Lee | Kamera: Manolo Abaya | Schnitt: Manolo Abaya, Marc Tarnate | Ton: Amang Sanchez | Musik: George Canseco | Darsteller*innen: Lorna Tolentino, Gina Alajar, Sandy Andolong, Anna Marin, Ronald Bregendahl, Juan Rodrigo, Michael Sandico, Laurice Guillen, Mia Gutierrez, Lito Pimentel, Odette Khan, Dexter Doria, Manny Luna | Produktion: Jesse Ejercito, Seven Stars Production | Farbe | DCP | 138 min | filip. und engl. OV mit engl. UT | ABS-CBN
Diaz-Abayas Coming-of-Age Film – das Drehbuch stammt von Ricky Lee, mit dem sie häufig zusammenarbeitete – erzählt über Jahre und Zeitsprünge hinweg von vier College-Freundinnen: Sängerin Kathy hat viel Ehrgeiz aber kaum Gesangstalent, Joey driftet zwischen Drogen, Männern und dem einen Studentenaktivisten, den sie liebt. Maritess will Schriftstellerin werden, lebt jedoch in einer gewaltvollen Ehe. Sylvia kann ihren Ex-Mann nicht loslassen, der wiederum einen Tänzer liebt. Die colegialas werden während der Diktatur von Ferdinand Marcos erwachsen. Der Film entstand ein Jahr nach der offiziellen Aufhebung des Kriegsrechts auf den Philippinen. Dass Privates und Politisches eng verwoben sind, ebenso wie mit Moralvorstellungen und Geschlechterrollen, ist die Matrix des Films. Gegen die „Moral“ repressiver (Geschlechter-) Ideologien und Vorstellungen von Schuld, Scham und weiblicher Opferbereitschaft setzt Dias-Abaya mit ihren Figuren eine „Moral“, die anders ist. Freund*innenschaft und Solidarität lässt ein Leben jenseits von patriarchalischen Zugriffen und Stigmata aufblitzen. Oder konkret: autonome berufliche Weiterentwicklung, Ausbruch aus der Ehe, polyamor-queere Beziehung, seelische Heilung. (Gaby Babić)
| Abkürzungen | |
|---|---|
| DF | deutsche Fassung |
| s/w | schwarz-weiß |
| OV | Originalversion |
| UT | Untertitel |
| +UT | elektronische Live-Untertitelung (unterhalb des Bildes) |
| ZT | Zwischentitel |
| Länder | |
|---|---|
| AT | Österreich |
| BRD | Bundesrepublik Deutschland (historisch) |
| BLR | Belarus |
| DE | Deutschland |
| CAN | Kanada |
| DDR | Deutsche Demokratische Republik (historisch) |
| EGY | Ägypten |
| FR | Frankreich |
| GB | Großbritannien |
| URY | Uruguay |
| BRA | Brasilien |
| SWE | Schweden |
| UKR | Ukraine |
| PL | Polen |
| IDN | Indonesien |
| PRT | Portugal |
| HRV | Kroatien |
| ECU | Ecuador |
| HUN | Ungarn |
| AUS | Australien |
| IT | Italien |
| MEX | Mexiko |
| IND | Indien |
Einführung von Jasmine Grace Wenzel, Autorin, Forscherin und Community-Organizer
Jasmine Grace Wenzel ist Autor*in, Redakteur*in und Organizer*in mit Sitz in Berlin. Ihre Tätigkeit bewegt sich zwischen politischer Bildung, kultureller Programmgestaltung und der Schaffung kollektiver Lernräume mit gemeinschaftsbasiertem Ansatz. Ihre Forschung konzentriert sich auf Fragen der politischen Ästhetik, der Abolition im Kontext des „Kriegs gegen die Drogen” auf den Philippinen und entspringt diasporischen, selbstorganisierten und digitalen Lernräumen: wie „Mending the Tear” mit Queer Analogue Darkroom im Savvy Contemporary, Berlin (2024), Mapping Philippine Material Culture, Berlin/London (2021). Als Co-Leitung waren sie für die Vermittlungs- und Bildungsarbeit bei der 13. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst (2025) verantwortlich und leiteten zwei Peoples Tribunals, community-basierte Gerichtssforen, zur systematischen Verfolgung von Aktivistinnen im Sudan und zu Kunst im Widerstand gegen Unterdrückung – Fälle aus den Philippinen. Als Mitglied mehrerer diasporisch philippinischer und antikolonialer Kollektive, wie GABRIELA Germany, und als Mitbegründer von ALPAS Pilipinas (2021) engagieren sie sich als Kulturschaffende verwurzelt in sozialen Bewegungen. Derzeit arbeiten sie an einer Sammlung von Gedichten und Kurzgeschichten, in denen magischer Realismus einen Faden zwischen intergenerationellen Lücken und feudalen Gefühlen spinnt.