DE, CH 2024 | Regie, Buch: Anja Dreschke, Michaela Schäuble | Kamera, Schnitt: Anja Dreschke | Archivrecherche, zusätzliche Kamera: Michaela Schäuble | Musik, Field Recording, Sonifikation: Carlo Peters | Sprecherin: Birgit Minichmayr | Farbe u. s/w | DCP | 105 min | ital., dt., engl. OV mit engl. UT
Apulien, 1959: Frauen in weißen Kleidern tanzen ekstatisch in einer kleinen Kapelle. Sie springen, drehen sich im Kreis, wälzen sich auf dem Boden, einige klettern sogar auf den Altar. Es heißt, sie litten unter einem giftigen Spinnenbiss und deswegen müssten sie den Heiligen Paulus um Heilung anflehen. Bilder dieser ‚Tanzwut‘, die einen rituellen Exorzismus mit Musik erfordert, inspirierten italienische Anthropolog*innen zu Reisen nach Süditalien. TARANTISM REVISITED folgt den umfangreichen archivarischen Spuren dieser Forschungsreisen und besucht die Orte und Landschaften ihrer Entstehung. Gerahmt wird diese filmische Suche durch den einzigartigen Briefwechsel zwischen der Anthropologin Annabella Rossi und Michela Margiotta alias Anna, einer ‚tarantata‘. Durch die Verflechtung von Bildern und Stimmen aus der Vergangenheit mit der Gegenwart befragt der essayistische Dokumentarfilm die komplexe Geschichte und die vielfältigen Formen, in denen der Tarantismus bis heute fortlebt. (Verena Mund)
| Abkürzungen | |
|---|---|
| DF | deutsche Fassung |
| s/w | schwarz-weiß |
| OV | Originalversion |
| UT | Untertitel |
| +UT | elektronische Live-Untertitelung (unterhalb des Bildes) |
| ZT | Zwischentitel |
| Länder | |
|---|---|
| AT | Österreich |
| BRD | Bundesrepublik Deutschland (historisch) |
| BLR | Belarus |
| DE | Deutschland |
| CAN | Kanada |
| DDR | Deutsche Demokratische Republik (historisch) |
| EGY | Ägypten |
| FR | Frankreich |
| GB | Großbritannien |
| URY | Uruguay |
| BRA | Brasilien |
| SWE | Schweden |
| UKR | Ukraine |
| PL | Polen |
| IDN | Indonesien |
| PRT | Portugal |
| HRV | Kroatien |
| ECU | Ecuador |
| HUN | Ungarn |
| AUS | Australien |
| IT | Italien |
| MEX | Mexiko |
| IND | Indien |
Im Anschluss Gespräch mit Anja Dreschke und Michaela Schäuble, Moderation: Verena Mund
Anja Dreschke ist Medienethnologin, Filmemacherin und Kuratorin und lebt in Köln. Ihre Interessen und Publikationen fokussieren auf die Theorie und Praxis audiovisueller Medien an der Schnittstelle von experimenteller Ethnographie, essayistischem Film und künstlerischer Forschung. Ausgehend von ihren multimodalen, ethnografischen Forschungen realisiert sie Texte, Filme, Fotoessays, Videoinstallationen, Ausstellungen und hybride Publikationen. Sie lehrt an Universitäten, Filmschulen und Kunstakademien und arbeitet als Kuratorin für Filmfestivals, Museen und andere kulturelle Institutionen. 2018 war sie Fellow an der Kunsthochschule für Medien Köln und von 2019 bis 2021 war sie Teil des Auswahlkomitees der Duisburger Filmwoche. Derzeit ist sie Vertretungsprofessorin für Medienanthropologie und innovative Methoden am Institut für Medienwissenschaft der Universität Siegen. Im Sommersemester 2025 nimmt sie zudem eine Gastprofessur für Medientheorie und Zeitbasierte Medien an der Universität der Künste in Berlin wahr. Mehr Informationen: www.anjadreschke.de
Michaela Schäuble ist Professorin für Sozialanthropologie mit Schwerpunkt Medienanthropologie an der Universität Bern (CH), wo sie auch das EMB-Ethnographic Mediaspace Bern leitet. In ihrer Arbeit zu ekstatischen religiösen Praktiken, Medialität und Wiederaneignung von Kulturerbe, verbindet sie ethnografische Forschung mit experimentellen essayistischen Filmformaten. Basierend auf Feldforschungen in Südosteuropa und im Mittelmeerraum liegt ein Schwerpunkt auf der Frage, was es bedeutet, mit Regimen der Un-/Sichtbarkeit und der Marginalisierung subalterner Stimmen umzugehen. Ihre Filme und Installationen wurden auf zahlreichen Filmfestivals gezeigt, darunter das HotDocs Filmfestival in Toronto, die Duisburger Filmwoche, das Worldfilm Festival of Visual Culture in Tartu, GIEFF und an anderen Veranstaltungsorten wie dem Grassi Museum, dem Schwulen Museum Berlin, der Bundeskunsthalle Bonn und dem Zentrum Paul Klee in Bern.